16. Oktober. Es sind mehrere Tage seit unserem nächtlichen Abenteuer vergangen. Der Sträfling Selden versteckt sich immer noch irgendwo auf dem Moor. Aber Barrymore erzählte uns heute Morgen etwas Wichtiges. 'Ich fühle, dass ich Ihnen die Wahrheit schulde, Sir Henry,' sagte er. 'Ich weiß etwas über Sir Charles' Tod.' Wir beide lehnten uns gespannt nach vorne. 'In der Nacht, als er starb, wartete Sir Charles auf jemanden.' 'Eine Frau. Ich fand einen verbrannten Brief in seinem Kamin.' 'Nur ein Teil davon war lesbar.' 'Es stand: Bitte seien Sie um zehn Uhr am Tor. L.L.' 'L.L.,' wiederholte ich nachdenklich. 'Kennen Sie jemanden mit diesen Initialen?' 'Es gibt eine Frau namens Laura Lyons,' sagte Barrymore. 'Sie lebt in Coombe Tracey, dem nahegelegenen Dorf.' 'Sir Charles half ihr mit Geld.' Das waren wichtige Informationen. Ich beschloss, Laura Lyons sofort zu besuchen. 17. Oktober. Ich ging heute nach Coombe Tracey. Laura Lyons war eine schöne Frau mit traurigen Augen. Sie erzählte mir, sie sei die Tochter von Mr. Frankland. Aber ihr Vater hatte sie verstoßen, weil sie eine unpassende Ehe geschlossen hatte. 'Haben Sie Sir Charles geschrieben?' fragte ich direkt. Sie wurde blass, leugnete es aber nicht. 'Ich bat ihn, mich am Tor zu treffen,' gab sie zu. 'Ich brauchte Geld, um mich von meinem Mann scheiden zu lassen.' 'Aber ich ging nie hin. Jemand sagte mir, ich solle nicht gehen.' 'Wer sagte Ihnen, nicht zu gehen?' fragte ich eindringlich. Sie weigerte sich zu antworten. Ich verließ ihr Haus mit mehr Fragen als Antworten. Auf meinem Rückweg hielt ich an, um den alten Mr. Frankland zu besuchen. Er war aufgeregt wegen etwas, das er gesehen hatte. 'Ich habe den Sträfling gefunden!' verkündete er stolz. 'Durch mein Teleskop sah ich jemanden auf dem Moor.' 'Ein Junge bringt ihm jeden Tag Essen.' Er ließ mich durch sein Teleskop schauen. Ich konnte eine kleine Steinhütte auf einem entfernten Hügel sehen. War dies der Ort, an dem sich der Sträfling versteckte? Oder war es jemand ganz anderes? Ich dankte Mr. Frankland und eilte zum Hügel. Ich musste herausfinden, wer in dieser Hütte lebte. Die Sonne ging unter, als ich den felsigen Hang hinaufkletterte. Das Moor sah schön, aber bedrohlich im orangefarbenen Licht aus. Ich fand die Steinhütte und näherte mich vorsichtig. Jemand hatte hier kürzlich gelebt. Es gab Decken, Essen und Kochutensilien. Ich fand auch eine Notiz, auf der stand: 'Dr. Watson ist nach Coombe Tracey gegangen.' Jemand beobachtete mich! Ich zog meinen Revolver und wartete. Schritte näherten sich der Hütte. Ein Schatten erschien in der Tür. 'Es ist ein schöner Abend, mein lieber Watson,' sagte eine vertraute Stimme. 'Ich denke wirklich, dass es draußen angenehmer wäre.' Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. 'Holmes!' rief ich erstaunt. Sherlock Holmes trat mit einem Lächeln in die Hütte. 'Ich schulde Ihnen eine Entschuldigung für die Geheimniskrämerei,' sagte er. 'Aber ich musste ermitteln, ohne bemerkt zu werden.' 'Ihre Berichte waren äußerst hilfreich, Watson.' 'Und ich glaube, wir sind kurz davor, diesen Fall zu lösen.' Ich war noch nie so glücklich gewesen, meinen Freund zu sehen.
B1Chapter 10 / 15504 words60 sentences
Auszug aus dem Tagebuch von Dr. Watson
Chapter 10 · Der Hund von Baskerville · B1 German. Tip: Click on any word while reading to see its translation. Take your time with each chapter and review the vocabulary before moving on.
Chapter Summary
Watson erfährt, dass der Sträfling Mrs. Barrymores Bruder ist, und hört einen mysteriösen Schrei auf dem Moor.
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Comprehension Questions
4 questions
1
Welche wichtige Information enthüllte Barrymore über Sir Charles' Tod?
2
Was entdeckte Watson, als er Laura Lyons besuchte?
3
Wer lebte heimlich in der Steinhütte auf dem Moor?
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